„Daily Telegraph“: Cappella Palatina ist die schönste Kirche Italiens

cappella_palatinaLondon/Palermo (gro) Die schönste Kirche Italiens befindet sich nicht etwa in Rom, Mailand oder  Florenz, sondern in Palermo. Es ist die Cappella Palatina im Palazzo Reale der Inselmetropole, dem arabisch-normannischen Königspalast des 12. Jahrhunderts, der heute das Parlament der Region Sizilien beherbergt. Dies geht aus einer internationalen Umfrage des „Daily Telegraph“ hervor. Das Londoner Massenblatt ermittelte bei seiner Suche nach den 23 schönsten Kirchen der Welt ausserdem, dass die Cappella Palatina auf Rang 14 gesetzt wurde, einen Platz vor die  zauberhafte, hochgotische Sainte-Chapelle von Paris. Die Cappella Palatina ist im Übrigen die einzige Kirche Italiens, die es unter die 23 schönsten Kirchen der Welt geschafft hat. Beigetragen hat dazu, wie vermutet wird, dass Palermo mit seinen arabisch-normannischen Bauwerken zusammen mit  den Kathedralen und Klosterbauten in Monreale und Cefalù 2015 von der UNESCO als Weltkulturerbe unter besonderen Schutz gestellt worden ist.

 Geblieben sind die „paradiesischen Gärten“

Das  1143 fertig gestellte Gotteshaus inmitten des Palastes war gedacht als Kirche der königlichen Familie der Normannen. Die Normannen waren es, die die die damals so genannten  Sarazenen aus Sizilien vertrieben hatten. Tatsächlich war nur die dünne, aber machtvolle Oberschicht der arabischen Bevölkerung davongejagt worden. Geblieben war die Mehrzahl der Künstler, Handwerker, Ärzte und Wissenschaftler. Und  erhalten wurden die  von den Arabern angelegten „paradiesischen Gärten der Insel“, die Mandarinen-, Zitronen-  und Orangenplantagen  sowie die weit gespannten Anlagen der Mandelbäume, wie Zeitgenossen berichten (auch wenn die Moscheen Siziliens aunahmslos zerstört wurden).

Endlich die Würdigung durch die UNESCO

Die aus der französischen Normandie über Sizilien hereingebrochenen Eroberer des 10. Jahrhunderts liessen die arabische Bevölkerung, die sich in den Jahrhunderten zuvor mit griechischen  und römischen Kolonisatoren vermischt hatte, im Lande. Vor allem der landwirtschaftliche Gartenbau,  die Architektur und die Baukunst  der  Araber war von Interesse, und zusammen mit Künstlern aus Byzanz (Ost-Rom) entstanden vor allem in Westsizilien architektonische und handwerklich-kunstvoll überwältigende Werke, die nun  endlich durch den Weltkultur-Erbe-Schutz der UNESCO ihre Würdigung erfahren.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *