Archiv für den Monat: Oktober 2009

Palermo und der ganz andere Müllskandal

1 Palermo/Neapel (gro) Der Müllskandal als süditalienischer Dauerbrenner: Ein bisschen schlampiger geht es rund um Neapel und auch in Sizilien schon zu. Wirklich? Nein, wer es im tiefen Süden gern rein und sauber hat auf den Strassen, der soll halt nach Taormina gehen. Das malerisch hoch über der Meerenge zu Kalabrien gelegene, sizilianische Bergstädtchen mit dem dekorativen Blick auf den Ätna präsentiert sich zu jeder Jahreszeit mindestens so geschniegelt wie Meersburg am deutschen Bodensee. Man weiss schliesslich seit fast 200 Jahren, was die Touristen aus dem kühlen Norden schätzen. In der Millionenstadt Palermo ist das ganz anders. In der Metropole Siziliens ist der Tourist eine am Rande gesehene Begleiterscheinung des harten täglichen Lebens. Und den Müllmännern sind die Besucher ganz einfach wurscht. Sie wollen ihre Überstunden und bessere Schutzkleider bezahlt bekommen. Und weil das nicht klappt, kommt es immer wieder zu Streiks. Und weil brennende Müllberge rund um Neapel weltweit Schlagzeilen machten, wird jetzt auch dem Palermitanischen Müllproblem erhöhtes Medieninteresse zuteil. Doch Palermo ist nicht Neapel, und die Camorra ist nicht die Cosa Nostra.

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