Archiv für den Monat: Februar 2017

Der wunderbare Garten an der via Lincoln

orto di palermoPalermo (gro) Jetzt beginnt auf Sizilien die wahrscheinlich schönste Zeit des Jahres. Es blüht und spriesst mit Macht.  Als wollte die Insel ihre Vitalität hinausposaunen in eine zu unrecht bekümmerte Welt. „Seht her, wie schön doch die Natur ist mit ihrer prachtvollen Vielfalt“, ruft es auf Wiesen, in Wäldern, am Meer und in den Bergen der Insel. Und selbst an salzverkrusteten  Meeresstränden entwickeln sich leuchtende Blumenteppiche.  Nirgendwo sonst im Mittelmeerraum gibt es eine derartige Vielzahl an Pflanzen wie auf Sizilien. Und diese Vielfalt offenbart am schönsten der Botanische Garten von Palermo.  Mehr als 3000 Gewächse  aller Arten sind auf der Insel zu Hause. Viele führen ein verborgenes Dasein in wohltemperierten Nischen an den Hängen des Ätnas und im gebirgigen Inland, andere sorgen  an Sandstränden für lebhafte Farbigkeit, wie etwa die silbrig-blaue Stranddistel, die vor allem im Süden Siziliens glitzert und leuchtet. Wer im späteren Frühjahr durchs Innland reist, versteht nach einer Fahrt durch schier endlose Weizen- und Roggenfelder, warum Sizilien einst zur Kornkammer des römischen Reiches emporstieg. mitten darin, unterhalb von Caltanisetta, jener See, den Demeter, die Göttin der Fruchtbarkeit, einst als Einstieg in unsere Welt genutzt haben soll. Continue reading

Agrigento reicht fast bis Afrika

lampedusa bblogLampedusa (gro)  Das 20 Quadratkilometer kleine Inselchen liegt zwar 120 Kilometer südlicher (!) als Tunis, gehört aber zur sizilianischen Provinz Agrigento.  Für viele Flüchtlinge aus Afrika ist Lampedusa  der erste Fleck auf Erden, wo sie europäischen Boden betreten. Vom Flugzeug aus erinnert Lampedusa an eine riesige Sandale, der die Riemen abhanden gekommen sind. Jetzt, da der Frühling naht und das Meer in der Grossen Syrte vor Libyen weniger gefährlich ist,  haben Schlepper mit ihrer Flüchtlingsbeute bald wieder Hochkonjunktur. Nicht alle Flüchtlinge werden ankommen oder gerettet werden. Vergangenes Jahr sind im Mittelmeer über 5000 Kinder, Frauen und Männer bei solchen Überfahrten ertrunken, so viele wie noch nie. Aber über 100.000 Flüchtlinge haben es eben auch geschafft, über Lampedusa ins gelobte Europa zu gelangen. Continue reading

Ein Museum für den Marsala


marsala_33Marsala
(gro) Ein Museum  für den Marsala – natürlich in Marsala:  Das Projekt ist bereits eine Woche  vor Weihnachten nach gründlichen Vorplanungen entscheidend auf den Weg gebracht worden. Mit dem Museum, das im Palazzo Fici eingerichtet wird, will man dem berühmten Likörwein,  der seit über 250 Jahren aus dem äussersten Westen Siziliens  seinen Weg in alle Welt findet, ein Denkmal setzen, aber auch über seine einmaligen Qualitäten aufklären. Der  Palazzo Fici beherbert bereits die Enoteca Communale und den Verband „Strasse des Marsala – Land des Westens“ („L’Associazione Strada del Vino  Marsala  Terre d’Occidente“). Er ist ein beliebtes Ziel von Sizilientouristen ist. Continue reading

Erice wird zum Set für den „Aquaman“

san_pietroErice (gro) Das mittelalterliche Städtchen Erice,  seine pittoreske, mittelalterliche  Substanz  (hier das Westportal von San Pietro), sein Gassengewirr und seine gastfreundliche Einwohnerschaft werden zum Set für eine US-amerikanische Grossproduktion.  Noch dieses Jahr sollen dort im Auftrag von Warner Brothers (Los Angeles) die Dreharbeiten für „Aquaman“ anlaufen werden. Regie führt James Wan. Auftraggeber im Hintergrund ist DC Comics, der grossmächtige US-amerikanische Verlag, der unter anderem „Batman“ hervor gebracht hat. Bereits im Herbst 2018 soll „Aquaman“, wie man in cineastischen Kreisen hört, in die Kinos kommen. Das malerisch auf einem 700 Meter hohen Berggipfel am arabisch-sizilianischen Meer gelegene Erice bei Trapani  ist für die US-amerikanischen Filmemacher der Ideale Ort für „Aquaman“, für einen Helden, dessen  Mutter aus dem sagenhaften Atlantis stammt, für einen Mann, der als Halbfisch unter Wasser atmen kann, mit Delfinen aufwächst und schliessslich von einem Leuchtturmwärter adoptiert wird. Die Leute aus Hollywood werden laut einem Bericht des „Giornale di Sicilia“ nicht nur im historischen Zentrum von Erice drehen, sondern auch im Castello di Venere. Continue reading

Der „Vierzipfler“ als Währung am Bodensee

pfennig neuPalermo/Konstanz (gro) Ein früher „Konstanzer Pfennig“, ein so genannter „Vierzipfler“ mit hohem Kupferanteil aus dem 12. Jahrhundert,  trägt das Bildnis des in Palermo aufgewachsenen Stauferkaisers Friedrich II. Die Münzen mit dem Konterfei Friedrichs, die dann 200 Jahre später  sowohl am Bodensee als auch 2000 Kilometer weiter südlich, in Palermo, im Umlauf waren, sahen wesentlich hübscher aus (siehe das Bild weiter unten). Sie waren aus Gold und Silber, ähnlich wie die Münzen, die  während des grossen Konstanzer Kirchenkonzils als Zahlungsmittel dienten. Es war die spätmittelalterliche Währung des Bodenseeraumes.  Einer der sich professionell damit befasst, ist der an der Konstanzer Universität lehrende Historiker Harald Derschka. Continue reading