Aus dem privaten Leben von sieben Päpsten

peduto-1Konstanz/Rom (gro)  Vollkornbrot aus der Konstanzer Hohenhausgasse ist  an der Piazza di Spagna in Rom stets hochwillkommen.  Früher, als Christa Langen-Peduto  (Bild: Hella Wolff-Seybold) mindestens einmal im Jahr am Bodensee beim „Südkurier“ vorbei schaute, um sich mit Ernst Hebeker und anderen Kollegen der Politischen Redaktion  auszutauschen, nahm sie jedes Mal eine tüchtige Ladung Reginbrot mit in die Ewige Stadt.  Inzwischen  sorgen Konstanzer Italienreisende gelegentlich für Nachschub des vorzüglichen Bio-Brotes. Der könnte sich aktuell verstärken.  Denn Christa Langen-Peduto, die für den „Südkurier“, eine der grossen Zeitungen im Süden Deutschlands,  über 20 Jahre lang aus dem Vatikan und aus dem übrigen Italien berichtete, macht derzeit  verstärkt auf such aufmerksam: Sie hat den Text für ein aufregendes Buch geschrieben.  Es heisst „Im Schatten der Päpste“ und portraitiert die Privatsekretäre  von sieben katholischen  Kirchoberhäuptern seit Pius XII. (gestorben 1958)  bis zu Papst Franziskus, dem derzeitigen Papst.

Einzigartiger Einblick ins Innere des Vatikans

Für ihr Buch hat die ehemalige Italienkorrespondentin, die nicht nur für den „Südkurier“ berichtet, sondern auch für die „Westdeutsche Allgenmeine Zeitung“ (WAZ) oder die „Augsburger Allgemeine“  sowie für kleinere Blätter wie die „Mindelheimer Zeitung“ alle noch lebenden Privatsekretäre von Päpsten persönlich getroffen und interviewt. Das Buch ist reich bebildert, und zwar mit hervorragenden Fotos von Josef Albert Slominski, 79, dem weltweit einzigen Fotografen, der stets uneingeschränkten Zugang zu den Päpsten und ihr privates Umfeld hatte. Interviews, Reportagen und Bilder, so heisst es in den einschlägigen Kritiken, vermittelten einen „einzigartigen, spannenden Einblick ins Zentrum die Vatikans“.

Die private Seite hoher Würdenträger

mi, wie der Fotograph Josef Albert Slominski  im Vatikan in Kurzform genannt wird,  haben die  Päpste der vergangenen Jahre auf ihren Reisen in alle Welt begleitet, auch im Auftrag des „Osservatore Romano“, des offiziellen Organs des Vatikans.  Mit den  Bildern und  Reportagen, die zum Teil auch in der „New York Times“ erschienen,  gewähren  Christa Langen-Peduto und  Slomi , die beide inzwischen als  Freie Journalisten tätig sind, sehr persönliche, ja intime Einblicke ins Leben der Päpste und ihrer Privatsekretäre, ihrer engsten Vertrauten.

Kurz vor dem 100. Geburtstag

Im Mai dieses Jahres traf Christa Langen-Peduto den inzwischen verstorbenen Kardinal Loris Francesco Capovilla, der „seinem“ Papst, Johannes XXII., noch im Alter von 100 Jahren, die Kardinalsehre widmete, die ihm Papst Franziskus zukommen liess. Umso kurioser mutet es an, dass Reinhold Marx, der populäre Münchener Kardinal, der das Vorwort zu Christa Langen-Pedutos und Slomis Buch geschrieben hat, lediglich den Fotografen nennt, die ehemalige Italienkorrespondentin aber vergisst. Das kann  einem viel beschäftigten Seelsorger und Kirchenpolitiker in der Eile passiere. Kurioser ist jedenfalls, dass zwar die WAZ, die  „Augsburger Allgemeine“ und auch die „Mindelheimer Zeitung“ über das neue Buch berichten, mit keiner Zeile aber der „Südkurier“.  Aber das kann ja noch kommen. Im Übrigen eignet sich das Buch über die Privatsekretäre der Päpste hervorragend als verspätetes Weihnachtsgeschenk oder als Überraschungsgabe zum neuen Jahr.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *