Beruhigung für das Herz von Palermo

ztl2Palermo (gro) Das historische Herz von Palermo ist seit dem 10. Oktober eine verkehrsberuhigte Zone (Zona traffico limitato/Ztl). Rund drei Quadratkilometer sind das in der fünftgrössten Stadt Italiens, darin die Kathedrale mit dem Sitz des Erzbischofs und Patriarchen von Sizilien. Ausserdem sind die wichtigsten Museen der Inselmetropole innerhalb  der zu beruhigenden Zone zu finden,  auch der Palazzo Reale, das  prächtige, aus arabisch/normannischen Zeiten stammende Schloss, in dem das Regionalparlament tagt, ferner das Landratsamt, mehrere  Gerichtshöfe, zahlreiche Kirchen und sagenhafte Palazzi wie der Steri, in dem 250 Jahre lang die gefürchtete, aber Heilige Inquisition residierte, auch das Rathaus, der Palazzo delle Aquile. Wer mit seinem motorisierten Fahrzeug in diese kulturträchtige Zone einfahren möchte, muss seit dem 10. Oktober 2016, auch wenn er im beruhigten Bereich wohnt oder etwa  ins zentrale Kinderkrankenhaus muss, Eintritt bezahlen.

Nach einer Woche herrscht erst einmal Chaos

Die Schutzzone hätte schon vor Monaten eingerichtet werden sollen, Das Projekt verzögerte sich aber immer wieder. Und eine Woche nach dem Start  herrscht erst einmal Chaos. Etliche Geschäftsleute innerhalb der Schutzzone klagen und demonstrieren wegen ausbleibender Kundschaft und drohender Pleiten, Hotels bemängeln die Verunsicherung von Touristen und zahlreiche Bewohner des „Sperrgebiets“ fühlen sich seit dem 10. Oktober tatsächlich „regelrecht eingesperrt“. Dabei hat die Stadtverwaltung eine Menge an Hilfestellungen bereit gestellt. Sie funktionieren aber noch nicht alle.

Passierscheine gibt es auch übers Internet

Wer innerhalb der Zone namens Ztl wohnt, muss sich für sein Fahrzeug, falls er es weiter benützen will, einen Erlaubnisschein kaufen, entweder bei einer zuständigen Behörde oder beim Automobilclub ACI, vergleichbar mit dem deutschen ADAC. Auch übers Internet kann man sich einen derartigen Passierschein kaufen. Er kostet für ein Jahr 90 oder 80 Euro; für 6 Monate 50 und für einen Tag 5 Euro.  Wer ausserhalb der Zone wohnt, aber ins Zentrum einfahren möchte, zahlt für einen Jahresschein 100 Euro, für den Monat 20, fürs halbe Jahr 50 und für den Tag 5 Euro. Passierscheine gibt es auch für Busse, hier muss  für eine Jahreskonzession deutlich  mehr, nämlich 600 Euro, bezahlt werden (Monatskonzession 120 Euro, Halbjahresticket 300, Tagesschein 30 Euro). Frei sind Elektrofahrzeuge und besonders schadstoffarme Automobile und Fahrzeuge von Behinderten.

Italienische Mogelpackung

Während man in Deutschland „Verkehrsberuhigte Zonen“ im Wortsinne durch Geschwindigkeitsbegrenzungen definiert, handelt es sich in Italien bei solchen Zonen (in Mailand, Florenz, Verona, Rom oder Bari)  um eine Mogelpackung. Eine Begrenzung der Geschwindigkeit steht zumindest nicht im Vordergrund (und in Palermo ist gar nichts davon zu entdecken). Dafür wird eine Art Wegezoll verlangt. Die Abgabe hat allerdings das gleiche Ziel:  In Deutschland soll die minimierte Geschwindigkeit Verkehr abschrecken, in Italien soll das mit der Zwangsabgabe erreicht werden. Kein Wunder übrigens: Schneller als mit 10 km/h kam man im Zentrum von Palermo während der Hauptverkehrszeiten nie voran. So langsam wird’s anscheinend tatsächlich besser.

Wer es wissen will: Nach einer Woche herrscht erst einmal Chaos

Die Schutzzone hätte schon vor Monaten eingerichtet werden sollen, Das Projekt verzögerte sich aber immer wieder. Und eine Woche nach dem Start  herrscht erst einmal Chaos. Etliche Geschäftsleute innerhalb der Schutzzone klagen und demonstrieren wegen ausbleibender Kundschaft und drohender Pleiten, Hotels bemängeln die Verunsicherung von Touristen und zahlreiche Bewohner des „Sperrgebiets“ fühlen sich seit de 10. Oktober tatsächlich „regelrecht eingesperrt“. Dabei hat die Stadtverwaltung eine Menge an Hilfestellungen bereit gestellt. Sie funktionieren aber noch nicht alle.

Passierscheine gibt es auch übers Internet

Wer innerhalb der Zone namens Ztl wohnt, muss sich für sein Fahrzeug, falls er es weiter benützen will, einen Erlaubnisschein kaufen, entweder bei einer zuständigen Behörde oder beim Automobilclub ACI, vergleichbar mit dem deutschen ADAC. Auch übers Internet kann man sich einen derartigen Passierschein kaufen. Er kostet für ein Jahr 90 oder 80 Euro; für 6 Monate 50 und für einen Tag 5 Euro.  Wer ausserhalb der Zone wohnt, aber ins Zentrum einfahren möchte, zahlt für einen Jahresschein 100 Euro, für den Monat 20, fürs halbe Jahr 50 und für den Tag 5 Euro. Passierscheine gibt es auch für Busse, hier muss  für eine Jahreskonzession deutlich  mehr, nämlich 600 Euro, bezahlt werden (Monatskonzession 120 Euro, Halbjahresticket 300, Tagesschein 30 Euro). Frei sind Elektrofahrzeuge und  besonders schadstoffarme Automobile und Behinderte.

Italienische Mogelpackung

Während man in Deutschland „Verkehrsberuhigte Zonen“ im Wortsinne durch Geschwindigkeitsbegrenzungen definiert, handelt es sich in Italien bei solchen Zonen (in Mailand, Florenz, Verona, Rom oder Bari)  um eine Mogelpackung. Eine Begrenzung der Geschwindigkeit steht zumindest nicht im Vordergrund (und in Palermo ist gar nichts davon zu entdecken). Dafür wird eine Art Wegezoll verlangt. Die Abgabe hat allerdings das gleiche Ziel:  In Deutschland soll die minimierte Geschwindigkeit Verkehr abschrecken, in Italien soll das mit der Zwangsabgabe erreicht werden. Kein Wunder übrigens: Schneller als mit 10 km/h kam man im Zentrum von Palermo während der Hauptverkehrszeiten nie voran. So langsam wird’s anscheinend tatsächlich besser.

Wer die neue Strassenverkehrsverordnung für Palermo genau kennenlernen will: http://www.palermoviva.it/palermo-ztl-le-zone-a-traffico-limitato/

Info-Grafik: Giornale di Sicilia (gds.it)

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