„Zimmer der Wunder” in Porta di Castro

MoscheaPalermo (gro) Man kennt sie bisher nur von Abbildungen, die „Camera delle Meraviglie“ in einem Palazzo an der via Porta die Castro im historischen Zentrum Palermos. Doch nun wird das „Zimmer der Wunder“ für einen Tag allgemein zugänglich gemacht, und zwar am 6. September, dem ersten Samstag im September. Das Interesse dürfte lebhaft sein. Schliesslich handelt es sich um einen Raum wie aus Tausendundeine Nacht. Es werden Gäste aus aller Welt erwartet, auch aus arabischen Ländern. Aus Anlass der Besichtigung gibt es am 6. September zusätzlich ein  kleines, buntes Strassenfest vor dem Palazzo in  der via porta di Castro.

Blau und silbern schimmernd

Anlass für den Tag der offenen Tür in der via Porta di Castro, nicht weit entfernt von der normanno-arabischen Kirche San Giovanni degli Eremiti, ist das Erscheinen eines reich bebilderten Buches über die Geschichte der „Wunderkammer“ und über die Hintergründe ihrer  Entstehung. Der reich ausgeschmückte Raum ist ganz in orientalisch-arabischem Stil gehalten, ist mit mit Ornamenten, Perlenschmuck und kaligraphischen Elementen ausgestattet. Er wirkt trotzdem nicht überladen. Denn lediglich zwei Farbtöne, ein sattes, dunkles Blau und ein matt schimmerndes Silberweiss, bestimmen den Charakter der Ausstattung.

Banca Nuova sorgt für die Finanzierung

Zu den Gästen gehören Persönlichkeiten aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft, wie Giovanni Apprendi, Präsident der Kulurkommission, der Historiker Gaetano Basile, Kunstrestaurator Franco Fazzio, ferner Beppi Trapani, Kulurbeauftragter der Region Sizilien und – last but not least – Umberto Saretti, Generaldirektor der Banca Nuova, die für die Finanzierung des Bildbands über die „Camera delle Meraviglie“ gesorgt hat.

Zeugnis der arabischen Epoche Palermos

Möglich gemacht haben das Projekt die Journalisten Valeria Giarrusso und Giuseppe Cadili, seit geraumer Zeit Besitzer der Wohnung, in der sich das märchenhafte Zimmer befindet. Es hat in dem weitläufigen Anwesen während der vergangenen Jahrzehnte eine eher nebensächliche Rolle gespielt und war längere Zeit  als Abstellraum benutzt worden. Tatsächlich wurde es vor einigen hundert Jahren eingerichtet und erinnert lebhaft an Palermos arabisches 9. Jahrhundert, an die Zeit, während der die Stadt Sitz eines Emirs war –  und daran, dass die prächtige Kathedrale  an der Stelle errichtet wurde, wo  zuvor die arabische Hauptmoschee gestanden hatte.

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