Der schönste Platz? Den gibt es nicht

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Palermo (gro) Welches ist der beste Platz in Palermo? Falsch gefragt: Den besten Platz gibt es nicht in dieser Stadt. Es sind einfach zu viele wunderbare Plätze, lauschige Winkel und malerische Ecken, und schliesslich kommt es ja auch darauf an, was man sucht. Wer es einfach „irgendwie schön“  finden will, ist auf dem Doppelplatz  Castellnuovo/Politeama bestens aufgehoben. Aber die Villa Bonanno mit ihren riesigen Palmen  und dem alten Königspalast (Palazzo Reale) im Hintergrund, ist womöglich noch malerischer, von der Piazza Verdi mit Italiens grösstem Opernhaus, dem Teatro Massimo, ganz zu schweigen. Und dann die wunderschönen kleineren Plätzchen: die Piazza Quattro Canti etwa, wo sich die via Maqueda mit dem Corso Vittorio Emmanuele rechtwinklig kreuzt und das Centro Storico, die historische Altstadt, in vier Viertel teilt.

Wo einst der Emir von Palermo über die Insel gebot

Andere Liebhaber Palermos schätzen die Piazza della Kalsa ganz besonders, weil man sich dort so gut an die glanzvolle arabische Zeit erinnern kann, als der Emir von Palermo über die Insel gebot. Der beste, der schönste Platz zum Essen ist für viele, für Professoren, Avvocati und Studenten, Handwerker, Kutscher und  für Hausfrauen, die von ihren dankbaren Ehegatten endlich wieder einmal ausgeführt werden –  die Piazza Marina. Dort geniesst man sizilianische Leckerbissen  vom Hühnchen bis zum Hummer, wenn Platz ist auch im abendlichen Dämmerschatten des Palazzo Steri, dessen ursprünglicher Eigentümer einst von den Spaniern wegen Unbotmässigkeit vor seinem eigenen Haus geköpft worden ist.

Jetzt  ist die beste Zeit zum Kennenlernen der Stadt

Jetzt, im Winter, der in Sizilien wie unser Frühjahr ist, ist die beste Zeit, die Stadt Palermo, die einst zu den schönsten Städte der Welt gezählt wurde  kennzulernen  (und auch Catania, Syrakus, Trapani und Marsala). In den heissen Monaten von Juni bis Ende September, können längere Streifzüge durch die Stadt zur Mühsal werden. Nicht aber jetzt, auch nicht im riesigen Palermo, das sich als Städteband über 20 Kilometer entlang der Nordküste von Brancaccio bis nach Sferracavallo hinzieht. Ein dichtes Netz von Bussen des öffentlichen Nahverkehrs bietet sich als bequemes und sehr preiswertes Transportmittel für einzelne Etappen an.

Pause im Caffè Spinnato in der via Principe Bellmonte

Im Zentrum sollte man sich auf der via Maqueda in Richtung Westen bewegen, von der Piazza Giulio Cesare aus (dem Bahnhofsplatz)  zur Piazza Castelnuovo/Politeama, vorbei am Teatro Massimo, wo die Maqueda den Namen wechselt und zur via Rugiero Settimo wird. Dort lockt kurz danach rechts die via Principe Bellmonte, ein Stück Fussgängerzone mit dem legendären Caffè Spinnato, wo an halbwegs milden Abenden auch im Winter jeden Tag ein Pianist im Freien die Gäste mit dezenten Weisen unterhält.

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