Die Römer brachten Wein und Austern


Konstanz/Rom
(gro) Dass Konstanz vor 2000 Jahren zum Römischen Reich (zur Provinz Raetia) gehörte, ist vielen Bürgern der süddeutschen Grenzstadt jüngst wieder durch die eine oder andere Festlichkeit zum Jubiläum „600 Jahre Konstanzer Kirchenkonzil“ ins Bewusstsein gedrückt worden. Was das im Einzelnen bedeutete, ist zwar auch im Landesmuseum am Konstanzer Sternenplatz zu erfahren. Besonders anschaulich gemacht wird das derzeit im Museum für Archäologie des Kantons Thurgau in Frauenfeld. Dort ist die Ausstellung „Stadt, Land, Fluss – Römer am Bodensee“ eröffnet worden. Unter anderem, so ist dort zu erfahren, hatten seinerzeit die neuen Herren aus dem Süden dafür gesorgt, dass in der Bodenseeregion schon früh so feine Sachen Einzug hielten wie Wein, Austern, Feigen, Olivenöl und Gewürze aus dem Mittelmeerraum.

Bereits damals eine dicht besiedelte Region

eschenzDas Generalthema der Ausstellung in der Hauptstadt des Kantons Thurgau sind die Veränderungen in der Bodenseeregion nach der Eroberung durch die Römer ab dem Jahr 15 vor Christus. Während der Zeit, in der die Bodenseeregion zum römischen Reich gehörte, war die Gegend dicht besiedelt. Dies, so berichtet die „Thurgauer Zeitung“ zeigten unter anderem Funde in Bregenz oder Eschenz im westlichen Seerhein (unser Bild) sowie in zahlreichen früheren Gutshöfen rund um den Bodensee.

Das antike Bregenz hatte einen Tempelbezirk

Im Osten der Region wurde Bregenz (damals: Brigantinum) zu einer römischen Stadt mit Tempelbezirk, öffentlichen Bauten und Wohnquartieren. In der Verlängerung des Seerheins entstand im thurgauischen Eschenz eine Strassensiedlung mit einer Brücke über den Rhein. Es habe dort ein öffentliches Bad, Tavernen, aber auch zahlreiche Geschäfte wie Drechslereien, Töpfereien oder Schusterwerkstätten gegeben, schreibt die „Thurgauer Zeitung“. Das Umland sei „von rund 120 Gutshöfen aus bewirtschaftet“ worden.

Bis 18. Februar 2018

Die Ausstellung „Stadt, Land, Fluss − Römer am Bodensee“ ist zusammen mit Museen von Baden-Württemberg, Vorarlberg, Liechtenstein und dem Kanton St.Gallen konzipiert worden. Sie dauert bis zum 18. Februar 2018.

 

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