Ein Jesuitenpater plante das neue Avola

avolaAvola (gro) Der Name des Barockstädtchens,  27 Kilometer südlich von Syrakus gelegen, ist allen Freunden eines kräftigen  sizilanischen Rotweins vom Namen her bekannt: Die Rebsorte für den „Nero d’Avola“, den „Schwarzen von Avola“, ist benannt nach dem  Barockstädtchen,  das nach einem verheerenden Erdbeben 1693  in den letzten Jahren des 17. Jahrhunderts neu aufgebaut wurde, und zwar nach den Plänen von Angelo Italia, einem Jesuitenpater, der auch Architekt und Städteplaner war.  Der Ordensmann  hat den Kern der Stadt, die heutige  Altstadt,  die nahe der Küste einige 100 Meter landeinwärts  liegt, als regelmässiges Sechseck angeordnet.  Avola war im Übrigen die letzte Stadt in Italien, in der – noch anfangs der 50-er Jahre des vergangenen Jahrhunderts – auf streikende Landarbeiter scharf geschossen wurde. 

Ungeschminktes Sizilien

Obwohl  Avola zum „Val di Noto“, dem Weltkulturerbe des sizilanischen Barocks zählt, und obwohl  die Stadt zehn zum Teil prächtige Kirchen hat, wird es bis heute vom Tourismus kaum berührt.  Ganz im Gegensatz zur 10 Kilometer weiter im Inland liegende „Barockhauptstadt“ Noto, die von fotografierenden Neugierigen aus aller Welt regelmässig überflutet wird.  Während Noto mit  üppigen Sehenswürdigkeiten und gestylten Kaffee-Terrassen glänzt, gibt sich Avola, dessen Bewohner vor allem in der Landwirtschaft beschäftigt sind,  eher zurückhaltend und auch etwas behäbig:  Ein idealer Ort für all jene, die auch das ungeschminkte Sizilien kennlernen wollen, mit einfachen Kneipen und ländlicher Küche.

Wandern und baden in den Monti  Iblei

Avola, ein Zentrum des Mandelanbaus,  liegt an der Autobahn Syrakus-Gela (A18/E45) und an der Bahnstrecke, die nach Norden hin mit Syrakus und Catania sowie mit Noto, Portopalo und Modica weiter westlich verbindet.  Ein paar Kilometer nordwestlich  liegt im Hinterland von Avola das langestreckte „Riserva Naturale di Cava Grande del Cassibile“, der „Grand Canon“  Siziliens mit natürlichen Süsswasserbecken am Fusse der Schlucht, die der Fluss Cassibile im Laufe der Jahrtausende in die östlichen Ausläufer der Monti  Iblei  gefräst hat. Man kann dort baden und wandern, darf im Naturschutzgebiet  aber nicht Campen, und auch das Mitbringen von Hunden ist nicht gestattet.

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