Eine Stadt als Bühne für Künstler und Artisten

capo-notte-bia4Palermo (gro) Zum zweiten Mal ist die Innenstadt von Palermo eine Nacht lang zur Bühne von Musikern, Poeten und Akrobaten geworden, und wieder war die „Notte Bianca“, ausgerichtet von der Provinzverwaltung, ein Riesenerfolg: Auf „mindestens 300.000 Menschen“ schätzen die Veranstalter die Zahl der Nachtschwärmer, die den Veranstaltungsreigen auf Plätzen und Strassen des historischen Zentrums genossen und mitfeierten. Die beiden Hauptachsen der Innenstadt, die via Maqueda und die via Roma waren in der Nacht zum ersten Sonntag im September samt angrenzender Nebenstrassen und Plätze auf einer Gesamtlänge von fast 5 Kilometern Länge gesperrt und zu einer riesigen Fussgängerzone umgewidmet worden. Kritik kam von den Tourismusbehörden. Die „Notte Biamca“ sei völlig unzureichend kommuniziert worden. Man habe erneut die Chance vertan, ein „attraktives Grossereignis“ rechtzeitig und überregional bekannt zu machen.

Ohne Zwischenfälle bis morgens um 6 Uhr

Zur Verteidigung der Provinzregierung muss gesagt werden, dass das Altstadtfest kaum sehr viel mehr Besucher ausgehalten hätte. Trotz der massenhaften Nachtschwärmer kam es aber zu keinen nennenswerten Zwischenfällen. Polizei und Carabinieri hatten ausser ihrer schieren Präzenz und gelegentlichen Hilfestellungen im Verkehrsstau an den Rändern der Festeszonen keinerlei Einsätze zu leisten. So kamen auch die Beamten in den Genuss von Strassentheater, Pock und Italopop, Puppenspielen und Feuerfressern, schmachtenden Liedern, Sicil-Rrap, Jazz und Rezitationen. Das Fest zog sich hn bis zum frühne Morgen um 6 Uhr.

Schier unermessliche kulturelle Schätze

üAuf der anderen Seite könnte sich das nächtliche Sommerfest zu einem neuen Markenzeichen der sizilianischen Hauptstadt entwickeln. Die Tourismusbehörden fordern schliesslich seit Jahrzehnten mehr öffentlichkeitswirksame Anstrengungen, die schier unermesslichen kulturellen Schätze Palermos hervorzukehren. Es sei „schon ein Witz“, sagt die Fremdenführererin und Kunsthistorikerin Milena Visconti, „wenn Touristen aus den Badeorten die Millionenstadt Palermo an einem einzigen Tag nahegebracht werden soll“. Ein „realistiches Minimalpaket“ müsse mindestens 5 Tage umfassen. Die „Notte Bianca“ könnte als Höhepunkt, am Anfang oder am Schluss einer Palermitaner Kulturwoche, eine solche Entwicklung voranbringen.

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