Frühsommer in Sizilien: Insel in voller Blüte

p1020819Trinacria (gro) Der Frühsommer beschert dem Sizilienbesucher eine Insel in voller Blüte. Nirgendwo sonst im Mittelmeerraum gibt es eine derartige Vielzahl an Pflanzen. Mehr als 3000 Gewächse  aller Arten sind auf der Insel zu Hause. Viele führen ein verborgenes Dasein in wohltemperierten Nischen an den Hängen des Ätnas und im gebirgigen Inland, andere sorgen  an Sandstränden für Farbigkeit, wie etwa die silbrig-blaue Stranddistel, die vor allem im Süden Siziliens glitzert und leuchtet. Wer durchs Innland fährt, versteht nach einer Fahrt durch schier endlose Weizen- und Roggenfelder, warum Sizilien einst zur „Kornkammer des römischen Reiches“ avancierte.

Schon Goethe schwärmte von der reichen Botanik

Johann Wolfgang von Goethe, nicht nur Dichter, sondern auch Naturwissenschaftler,  suchte Ende der 80-er Jahre des 18. Jahrhunderts im damals gerade eröffneten  Botanischen Garten von Palermo nach der Ur-Pflanze und hielt zahlreiche botanische Funde zeichnerisch fest.  In Taormina glaubte Goethe das wahrhaftige Arkadien gefunden zu haben und im Übrigen, so hielt er in seiner zweibändigen „Italienischen Reise“ fest, könne Italien nur der verstehen, der auch Sizilien kennen gelernt habe.

Lehr- und Forschungsanlage der Uni – und Publikumsmagnet

Der Botanische Garten von Palermo, an der via Lincoln unweit der Promenade am Meeresufer unterhalb des arabisch wirkenden Stadtteils Kalsa gelegen, ist einer der besonderen Publikumsmagneten der Inselmetropole. Die Gartenanlage mit ihrem neoklassizistischen Eingangsgebäude wurde 1786 eröffnet, und schon drei Jahre begann, nicht zuletzt wegen des grossen Interesses, die Erweiterung, die sich in Etappen bis 1913 hinzog.  Mit seinen Palmen-Alleen, Aquarien, Gärten, Brunnen. Lagunen und Treibhäusern hat der Orto Botanico di Palermo heute eine Ausdehnung von etwa 10 Hektaren. Der Botanische Garten wird als Lehr- und Forschungsanlage von der Universität Palermo genutzt und betreut. Zu der Anlage gehört  ein modernes Herbarium mediterraneum mit 6000 Quadratmetern und seit 1993 auch eine Gen-Datenbank zur Sicherung der regionalen Pflanzenwelt

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