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Welche Eiscreme ist die beste?

Messina – Gerade brennt die Sommersonne auf uns herab, ich lasse mir eine Eiscreme im Schatten einer Palme auf der Zunge zergehen. Willkommen auf Sizilien, Insel der Sehnsucht und Wiege der Eiscreme. Wie von selbst löst sich die Creme zwischen Gaumen und Zunge auf, ich bin in Messina, dort, wo vor 1200 Jahren das Eis erfunden wurde.
Den Anstoß dazu gaben die Araber, die Sharbat auf die Insel gebracht hatten, süße Getränke, die mit Eis vom Ätna gekühlt wurden. Aus ihnen machten die Sizilianer dann die Granita: Wasser, Zucker, Fruchtsaft oder Fruchtmark, unter ständigem Umrühren geeist. Hier in der Gegend von Messina muss man unbedingt eine Granita di Mandorle und eine separate Brioche bestellen.

Fünf Regeln helfen weiter

In Sizilien wird Eis meistens in eine Brioche (ein süßes Milchbrötchen) gestrichen, das ersetzt dann fast eine Mahlzeit. Von den klassischen Sorten bis über extrem extravagante  Kombinationen, wie zum Beispiel Zitronen-Basilikum Sorbet, Olivenöl-Eis oder Radieschensorbet –  es ist immer eine süße Überraschung, die man sich auf keinen Fall entgehen lassen sollte. Eiscreme gibt es an jeder Ecke und meines ist sie auch sehr gut…  Aber ist das auch wirklich so?  Hier ein paar Tipps, um wirklich gute, handzubereitete und qualitativ wertvolle Eiscreme zu erkennen. Bei Wein und Öl gibt es Regeln für die Probe, die den Verbraucher leiten können. Wir können sie auch benutzen, wenn wir eine Eisdiele betreten.

1. Wenn wir eine Eisdiele mit Eisbergen sehen, die aus den Behältern quellen, dann stimmt etwas nicht. Die Eiscreme befindet sich weit über der Kältelinie und schmilzt nicht. Dies könnte ein Hinweis auf Stabilisatoren sein, die höheren Temperaturen widerstehen. Also nein zu den Eisbergen.

2. Farbe:  Eiscreme muss natürlich aussehen, vor allem beim Fruchtgeschmack. Denken Sie daran, dass die Frucht bei der Verarbeitung natürlich ein wenig oxidiert und die Farbe mit den niedrigen Temperaturen nachlässt. Knallgelb, rosa schocking, hellgrün sind mit Argwohn zu betrachten, weil sie mit Farbstoffen intensiviert wurden. Bananengeschmack ist weiß, wenn er natürlich ist, Kiwi ist blassgrün und so weiter.

3. Die Temperatur: Merkwürdig, aber das Eis sollte nicht zu kalt sein, das heißt, es sollte den Mund nicht mit frostiger Creme (zu viel Wasser) füllen, soll allerdings auch nicht zu weich und temperiert sein, ein Anzeichen von zu viel Fett.

4. Geschmack und aromatische Nachhaltigkeit:  Es klingt vielleicht banal, aber das Haselnuss-Eis soll  nach Haselnuss, Walnuss nach Walnuss, Zitrone nach Zitrone (und so weiter) schmecken. Jeder Geschmack muss in seiner Individualität erkennbar sein. Manche Eiscremes, die nicht gut gemacht sind, neigen dazu, immer gleich zu schmecken, weil alle auf der selben Basis zubereitet werden und nur Aromastoffe am Ende zugesetzt werden. Der Geschmack sollten lange im Mund zurückbleiben.

5. Qualität: Gutes Eis macht nicht durstig. Eis soll erfrischen und durstlöschend sein. Bei industriellen Eiscremes werden oft pflanzliche Fette verwendet, die in einigen Fällen einen höheren Schmelzpunkt als Sahne haben. Die Temperatur des menschlichen Körpers kann unter normalen Bedingungen diese Fette im Mund nicht lösen und deshalb haben wir danach Durst.

… und Sahne oben drauf

So, nach diesen kleinen Regeln geht’s ab in meine Lieblings- Eisdiele in Sizilien, ich nehme mir zwei verrückte Geschmackssorten: Gorgonzola-Walnuss, und Modica-Schokolade mit Chili, natürlich in eine Brioche und Schlagsahne oben drauf!

Wenn Sie jetzt Lust bekommen haben, die ganze Insel und sämtliche Eisdielen zu bereisen, dann kann ich dazu auch die folgenden Unterkünfte empfehlen: sizilienferien.ch

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