Mit dem „Minuetto“ flott durch die Insel

treni-rg-paPalermo/Ragusa (gro) Der Nordwesten und der Südosten Siziliens kommen sich näher. Dafür sorgt diesmal  nicht eine neue Schnellstrasse oder ein weiteres Stückchen Autobahn, sondern – man glaubt es kaum – die gute alte Ferrovia dello Stato. Die immerhin fast 300 Kilometer messende Distanz zwischen Ragusa und Palermo wird seit dem  Beginn dieser Woche von neuen flotten Zügen in nur vier Stunden überwunden.  Bisher dauerte eine Zugreise zwischen den beiden Städten sechs bis acht Stunden, wobei bis zu viermal umgestiegen werden musste.

Drei neue sprintstarke Zugpaare

Die neuen sprintstarken Züge, es sind drei Zugpaare pro Tag,  haben einen hübschen musikalischen Namen:  Sie  heissen „Minuetto“ („Menuett“). Und das Gute daran ist unter anderem, dass es so genannte „beschleunigte Regionalzüge“ sind. Das bedeutet, dass sie ein beachtiches Tempo vorlegen, aber preislich sehr günstig liegen. So kostet ein Ticket Palermo-Ragusa (einfache Fahrt) je nach Tageszeit nur 15 bis 17 Euro.

Im Zentrum Siziliens wird der Zug gewechselt

Eigentlich hätte der neue Service bereits im September aufgegleist werden sollen. Doch einige technische Schwierigkeiten sorgten für eine – letztlich massvolle – Verzögerung. Ganz ohne Umsteigen geht es allerdings nicht. Im Zentrum der gebirgigen Insel, in Caltanissetta Xirbi, hat man den Zug zu wechseln. Doch der „Menuett“-Zug für die zweite Hälfte der Strecke steht dort immer bereit für den schnellen Anschluss –  entweder als Direktzug nach Palermo, oder, wenn man von dort gekommen ist, nach Ragusa im Südosten Siziliens. Vorteilhaft  auch, dass die „Minuetti“ nach Ragusa bis Modica weiterfahren (und ihre Fahrt in die Gegenrichtung auch dort starten).    

 Ideal für touristische Ausflüge

 Die neue Direktverbindung ist nicht nur für die Einheimischen interessant, sondern auch
für den Tourismus. Gäste der Ferienvillen und Ferienwohnungen in der Provinz Ragusa können so bequem einen Abstecher machen in die Inselmetropole. Und umgekehrt können Besucher, die sich hauptsächlich auf die arabo-normannischen Kulturschätze von Palermo, Monreale und Cefalù vorbereitet haben, auch die Zauberwelt des sizilianischen Barocks im Val die Noto besichtigen. Ausserdem beschert die neue Schnellverbindung (über das Städtchen Vittoria) einen verbesserten Anschluss an den neuen Flughafen Comiso.

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