Orlando: „Mach‘ den Marathon!“

190816566-35c52a31-775c-42e5-8a9b-4e708a8291a2Palermo (gro) Das Regionalparlament Siziliens tagt wahrhaft königlich, im Palazzo Reale. Er wurde von Roger II. auf den Grundfesten der Sommerresidenz errichtet, die sich der Emir von Palermo Ende des 9. Jahrhunderts erbauen liess. Das Militärkommando Siziliens residiert nicht weit davon im Palazzo Sclafano, einem Prachtbau, der 1330 in Auftrag gegeben wurde, um einen gewissen Manfredi Chiaramonte zu düpieren, einen Aristokraten, der an der heutigen Piazza Marina einen viel bewunderten Palast verwirklicht hatte. Das regionalgeschichtlich wichtigste Kunstmuseum Sizliens ist untergebracht im Palazzo Abatellis, Ende des 15. Jahrhunderts erbaut von einem hohen Würdenträger im Umfeld von König Ferdinand II. Und so weiter und so weiter… Keine Frage, Palermo ist eine Schatztruhe, und neuerdings bemühen sich Kulturverantwortliche, diese Schätze wieder verstärkt ins Bewusstsein zu rücken, und zwar unter dem Motto „Mach‘ den Marathon!“ („Faimarathon“/„FAI“).

Drittes Wochenende der von Orlando initiierten Aktion

Initiiert und realisiert wurde „FAI“ von Leoluca Orlando, dem zum vierten Mal gewählten  Stadtoberhaupt Palermos. „FAI“ richtet sich vor allem an die „Eingeborenen“. Umso erfreuter wurde deshalb registriert, dass sich die Teilnahme der  einheimischen Kultursuchenden erneut kräftig gesteigert hat. Es war das dritte Mal, dass ein solches Kunst- und Kulturwochenende ausgerufen war, um die Schätze der Stadt zu öffnen und erkunden zu lassen. Bewusst wurde erneut ein Wochenende gewählt, das nicht in europäische Ferienzeiten fällt. Waren es beim ersten Wochenende 15.000 Neugierige, so steigerte sich die Zahl beim zweiten Wochenende auf über 20.000, um nun gut 50.000 zu erreichen. Es folgen nun noch zwei Wochenenden, um die „Vie dei Tesori“ (die „Strassen der Schätze“) zu erkunden.

Kostproben im Teatro Massimo

Den Zuspruch befeuert hat beim dritten „Kulturmarathon“ auch das Angebot des Teatro Massimo, des grössten  Opern- und Schauspielhauses Italiens (und des drittgrössten Europas, nach Wien und Paris). Für den eher symbolischen Eintrittspreis von 5 Euro konnte man sich im Grossen Haus des Massimo besonders bravouröse Teilstücke des laufendes Programms zu Gemüte führen.

Santa Caterina nach zwei Jahren neu eröffnet

Besonders gefragt war am vergangenen  Wochenende auch die prächtige Barockkirche Santa Caterina an der Piazza Bellini (gegenüber der berühmten, byzantinisch ausgestalteten   Martorana und der arabisch bekuppelten Kirche San Cataldo). Die Santa Caterina  sollte ursprünglich nur zwei Monate geschlossen bleiben. Der überbordende Andrang nach zwei Jahren Renovierungszeit hat gezeigt, wie stark verankert das Gotteshaus bei der Altstadtbevölkerung ist. Vor allem gefreut hat sich Bürgermeister Orlando darüber, dass dieses Mal sehr viel junge Menschen unterwegs waren, um die Kulturschätze der Stadt zu besichtigen.

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