Sonneninsel macht Namen alle Ehre

mondelloRom/Palermo (gro) Überschwemmungen und Erdrutsche im Piemont und in der Lombardei, Hochwasser in Venedig – Italien erlebt einen extrem verregneten Sommer. Ganz Italien? Nein, im tiefen Süden lacht  die Sonne, vor allem in Sizilien, das dem Beinamen „Sonneninsel“ derzeit alle Ehre macht. Kein Wunder, dass im mondänen Mondello, dem  Badevorort Palermos, die Jugenstilfassade des über 100 Jahre alten Kurhauses auf Stelzen (unser Bild) und dem feinen „Charleston“ in seinem Inneren in den hellsten Tönen sonnig strahlt.

1,5 Kilometer feinster Sandstrand

Mondello ist das „Tivoli“ der Inselhauptstadt Palermo. Das Wasser in der weiten Bucht zwischen dem Monte Pelegrino und dem Capo Gallo schimmert türkisgrün vor einem feinsandigen Strand, der sich wie eine kleine Copacabana als flaches Halbrund immerhin 1,5 Kilometer weit erstreckt. In der Hauptsaison ist der grösste Teil dieses prächtigen Strandes zwar streckenweise reglementiert und fest in der Hand von (zahlenden!) Dauergästen. Es gibt jedoch die gesetzlich verbriefte Möglichkeit, dass jedermann den Strand für ein erfrischendes Bad nutzen darf.  Ausserdem stehen Tagesgästen für durchaus vertretbare Eintrittsgelder einige bestens ausgestattete Abschnitte für Strandaufenthalte zur Verfügung, die kaum einen Wunsch offen lassen.

 Auch ein Paradies für Feinschmecker

Mondello ist nicht nur ein idealer Ort für all jene, die urbanes Flair mit landschaftlicher Schönheit, Schwimmvergnügen,  Sonnenbaden und Sport verbinden wollen. Mondello  ist auch ein Paradies für Feinschmecker. Wer sich die – durchaus vergnügliche – Mühe macht, sich ein bisschen umzuhören und nachzufragen, erfährt zuverlässig, wo die Meeresfrüchte gerade besonders gut schmecken. Wer dazu keine Zeit hat, sollte nach dem „Gambero Rosso“, dem „Charleston“,  eventuell auch nach dem „Gabbiano“ und auf alle Fälle nach „Blue Note“ fragen. Nach Letzterem besonders frühzeitig. Denn dort muss man häufig reservieren, um Plätze zu bekommen.

Es war einmal ein Fischerdorf

Mondello war einst ein beschauliches Fischerdorf. Das änderte sich kurz nach Beginn des 20. Jahrhunderts, als sich eine Gruppe von französischen, belgischen und Palermitanischen Investoren 1904 zusammen fand, um aus dem beschaulichen Örtchen ein mondänes Seebad zu machen. Von den geplanten 400 Villen konnten zwar nur etwas über 100 verwirklicht werden, bevor der Erste Weltkrieg den ehrgeizigen Ausbauplänen einen Strich durch die Rechnung machte. So bleibt Mondello bis heute vor dem internationalen Jestset einigermassen verschont, und die Parlamentarier haben umso mehr Freude an ihrer hauseigenen Gartenstadt mit ihrem prächtigen „Kurhaus“ samt dem „Charleston“ auf Stelzen im Meer.      Foto: commons/wikipedia

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