Weltberühmte Bilder in Troina

rubens 2Troina (gro) Zwei Bilder von Peter Paul Rubens sind die Stars einer Ausstelllung in Troina, die derzeit ein kunstinteressiertes Publikum in das über 1100 Meter hoch gelegene  Bergstädtchen locken: Zum einen das Gemälde „Madonna mit dem Jesuskind“ (oben), zweitens „Lot mit seiner Familie bei der Flucht aus Sodom“, beide entstanden im frühen 17. Jahrhundert.  Zu besichtigend sind die weltberühmten Werke des flämischen Meisters in der Torre Capitania.  Der Turm mit seinen grandiosen  Ausstellungsräumen befindet sich im historischen Zentrum Troinas, in der via Conte Rugero.

Umgeben  von Barockmalern aus ganz Europa

Die beiden Gemälde Rubens‘  sind umgeben von  einem Dutzend weiteren Meisterwerken der Barockmalerei, geschaffen von herausragenden Künstlern aus ganz Europa, darunter auch italienische Maler wie  Scipione Pulzone und Salvatore Rosa.  Der Niederländer Gerrit van Honthorst, ein Freund Caravaggios, ist mit seinem Bild „Der heilige Franziskus in Extase“ vertreten und der famose Tizian mit seinem berühmten Portrait von Papst Paul III., einer Leihgabe des Museums Capodimonte in Neapel (siehe das Bild links weiter unten).

Von hier aus wurde Sizilien vollends erobert

Tizian_083bDie Ausstellung, die bis Ende Juli geöffnet bleibt,  steht unter dem Motto  „Rubens und die Malerei  der Gegenreformation“,  erinnert also an  eine vergangene Zeit. Doch gleichzeitig unternimmt die Stadtverwaltung mit diesem Kunstereignis  etwas ganz Wesentliches für die Gegenwart.

Denn gleichzeitig wird mit diesem kulturellen Ereignis  erneut der Blick auf Troina als ein Juwel  Siziliens gelenkt.  Von Troina aus, das Roger I.,  der erste Normannenherrscher,  1062 zu seiner Residenz machte, wurde der finale Siegeszug gegen die Araber koordiniert, die zuvor  über 200 Jahre lang über die Insel geherrscht hatten.  Bereits mit früheren Kunstausstellungen hat Troina Besucher aus ganz Italien und Touristen aus allen Teilen Europas angelockt.

Mittelpunkt des ersten Bistums auf Sizilien

Bevor die Araber die Insel übernahmen, hatte Sizilien zu Ostrom gehört, zu Byzanz.  Roger I. sorgte dafür, dass die fürs Christentum wiedergewonnene Stadt Troina einen Bischof bekam und 1081 zur ersten lateinischen (römisch-katholischen) Diözese Siziliens wurde, zu der lange auch das viel grössere Messina gehörte. Geographisch ist Troina mit seinen knapp 10.000 Einwohnern heute der  Provinz Enna zugeordnet. Von Troina aus, das auf einem Ausläufer der Monti Nebrodi liegt, geniesst man einen herrlichen Rundblick auf das nordöstllche Innersizilien. Über das 18 Kilometer entfernte, noch kleinere  Bronté, der  „Hauptstadt der Pistazien“ hinweg, fällt der Blick geradewegs auf den 3300 Meter hohen Ätna, und bei klarer Sicht sieht  man in Richtung Süden  bis hinunter zum Golf von Gela,  bis aufs afrikanische Meer.

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