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Wenn auf Sizilien die Lichter glitzern

Palermo/ Syrakus (gro) Je kürzer die Tage und je länger die Schatten, desto heller glitzern die Lichter auf Sizilien: Diese Erfahrung machen alle Freunde der Insel Sizilien, die dort ausserhalb der heissen Monate anlanden. Angenehm mild ist das Klima jetzt, und in manchen Cafés sitzt man draussen auch noch im  Herbst und im  Winter zeitweise so gemütlich von der Sonne verwöhnt wie im Spätsommer am Bodensee. In Sizilien bedeutet das vor allem, dass jetzt die ungemein reiche Kultur der Insel besser gesehen, studiert und genossen werden kann. An bedeutenden Museen ist zwar das ganze Jahr kein Mangel, aber für Konzerte aller Art, für Kunstvernissagen  und für  Opernaufführungen ist nun Hochsaison. Wer zwischendurch trotzdem baden möchte, hat kein Problem: Das Strandleben ist zwar weitgehend erloschen, doch das sizilianische Meer ist  selbst im Dezember noch leidlich warm. 

Syrakus, Catania  und Palermo mit Sonderprogrammen

Alle grossen Städte Siziliens warten im Herbst und im Winter mit klassischen Chor- und Orchesterkonzerten auf. Besonders dicht ist das Angebot in der Hauptstadt. Dort, in Palermo,  sieht es nun wie jedes Jahr so aus, als würden sich die einzelnen Kirchengemeinden (und  ihre wunderschönen Kirchen) mit konzertanten Ereignissen überbieten wollen. Hinzu kommen zahreiche Vernissagen mit zeitgenössischer und klassischer Kunst und die Möglichkeiten, die das Teatro Massimo, das drittgrösste Opernhaus Europas (nach der Pariser Oper und der Mailänder Scala mit einem anspruchsvollen internationalen Programm) allen Opernfreunden bietet.  Auch Catania, Taormina  und Syrakus, das zentral gelegene Enna, ferner Trapani und Marsala ganz im Westen warten jeden Herbst und Winter mit beachtlichen Konzertreihen auf, auch mit „Jazz in Sizilien“ und mit kleinen Festivals sakraler Musik.

 Im Sommer die Illumination, à natale der ganze Zauber

Wie stimmungsvoll sich jetzt auch kleinere Städte und Gemeiden Siziliens schmücken und feierlich geben, zeigt beispielhaft das  südwestlich von Catania gelegene Bergstädtchen Caltagirone, eines der Zentren der sizilianischen Keramikherstellung, deren erste Ursprünge Jahrhunderte zurück reichen. Die riesige Freitreppe, die das untere und obere Caltagirone verbindet, wird immer wieder prächtig illuminiert, besonders prächtig  zwar vor allem in Sommernächten, wenn sich die Scala Santa Maria del Monte als himmelstürmender Lichtteppich gibt. Im Advent, um Weihnachten und Neujahr aber  leuchtet das ganze Barockstädtchen im südöstlichen Bergland Siziliens um die Wette mit fünf weiteren Gemeinden des Val di Noto (mit Avola, Noto, Modica, Ragusa und Scicli),   das  vor einigen Jahren zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt wurde.

Ganzjährig ein beliebtes Reiseziel

Mit seiner spektakulären Treppe, mit seinen prächtigen Barockkirchen und seinem Karamik-Institut samt Akademie und Museum ist Caltagirone das ganze Jahr über ein bliebtes Reiseziel. Dafür sorgen das zunehmende Angebot an Ferienwohnungen und Ferienvillen im Südosten der Insel. Der neu eröffnete Flughafen Comiso, den auch Ryanair anfliegt, dürfte zusätzlich Ferienreisende nach Caltagirone bringen. Doch noch einmal zurück zur Scala Santa Maria del Monte: Die Riesentreppe mit ihren 142 bunten Stufen, verkleidet mit  originalen Majolika-Platten,  ist ein handwerklich-historisches  Bilderbuch, in dem sich Hunderte von Künstlern verewigt haben. 

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