Bonner Studenten im “Blauen Zimmer”

MoscheaPalermo/Bonn (gro) Zwei Studierende der Universität Bonn helfen mit, eine neue Dokumentation über das „Zimmer der Wunder“ zu erstellen. Als zentrales Werk entsteht ein Video, das am 23. September im Auditorium des Studios Palermo von Radio Italiana (Rai) erstmals gezeigt werden wird. Das „Zimmer der Wunder“ („camera delle meraviglie“), ein in Blau gehaltener, quadratischer und etwa 4 Meter hoher Raum, verziert mit arabischen Elementen in Gold, war 2013 eher zufällig in einem alten Palazzo im Herzen der Altstadt von Palermo entdeckt worden. Das jetzt entstehende Video zeigt die neuesten Forschungsergebnisse einer wissenschaftlichen Untersuchung, an der die Studenten aus Deutschland beteiligt sind.

Beachtung auf der Expo Mailand

Ein erstes Video zum „Zimmer der Wunder“ gibt es bereits seit dem vergangenen Jahr. Es wurde für eine Präsentation der „camera delle meraviglie“ auf der Weltausstellung 2015 in Mailand angefertigt und begnügte sich, auch aus Zeitgründen, im Wesentlichen mit einer Schilderung des Vorgefundenen. Weitergehende Untersuchungen wurden nun finanziert vom „Ioa“ , dem Italienischen Institut für Orientalische und Asiatische Sprachen, ferner von der Palermitanischen Flughafengesellschaft Falcone e Borsellino (Gesap) und vom „B & B Porta di Castro“.  Unter anderem ist dabei heraus gekommen, dass die kaligrafischen , in blassblauem Gold schimmernden Elemente nicht von einem Araber, sondern von einem kunstsinnigen Palermitaner “vor einigen hundert Jahren” aufgetragen wurden, von einer Malerin oder einem Maler, der sich mit dem Kopieren der arabischen Schrift auskannte.

Erinnerung an die arabische Epoche

Das blaue Zimmer ist ein Zeugnis der arabischen Epoche Palermos – und Europas. Über Palermo gelangten vom 10. bis zum 12. Jahrhundert Mathematik (darunter die arabischen Zahlen, die wir bis heute benutzen), die damals moderne Medizin, Astronomie und Literatur ins nördliche Europa, auch die Schriften der griechischen Philosophen von Heraklit bis Plato, die uns nur deshalb erhalten geblieben sind, weil sie von damals auf Sizilien residierenden, arabischen Gelehrten ins dereinst „klassische“ Griechisch übersetzt wurden.

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