Palermo/Bisacquino (gro) Giovanni Santacolomba und Maurizio Canunscio gehören zu den sizilianischen Künstlern, die sich für die Erdbebenopfer Mittelitaliens einsetzen. Das Beben am späten Abend des 6. Septembers verheerte mehrere Kleinstädte und Dörfer nordöstlich von Rom. Es forderte über 300 Todesopfer, die meisten im mittelalterlichen Amatrice, wo fast alle Häuser zerstört oder wegen Baufälligkeit unbewohnbar wurden. Mit einer Versteigerung von Kunstwerken , die von Künstlern gespendet werden, sollen finanzielle Hilfsmittel zum Wiederaufbau der zerstörten Dörfer aufgestockt werden.
Fast 1000 Restaurants machen schon weltweit mit
Nicht nur bildende Künstler unterstützen die Erdbebenopfer, denen der Römer Ministerpräsident Matteo Renzi „unbürokratisch schnelle Hilfe“ versprochen hat. Landesweite Solidarität bekunden unter anderem auch Chefköche der weltweit geschätzten italienischen Restaurants. Mittlerweile haben sich mehr als 800 Trattorien und Speisesalons rund um den Globus bereit erklärt „Spaghetti all `Amatricana“ ganz oben auf die Speisekarte zu setzen. Es ist das berühmte Spaghetti-Gericht, das nach Amatrice, der zerstörten Kleinstadt nordöstlich von Rom benannt ist. Wer das Tellergericht bestellt, zahlt 1 bis 2 Euro mehr als sonst, und der Zuschlag geht direkt an die Erdbebenhilfe nach Mittelitalien.
Ein Skulpturist und ein Keramikkünstler
Und jetzt zwei Künstler in Sizilien: Giovanni Santacolomba hat sich mit seinen oft karikaturistisch verfremdeten Figuren und Figürchen (auf dem Bild oben mit einer Statuette von Papst Paul II.), einen Namen gemacht, Maurizio Gannucsio schaffte das als traditionsbewusster sizilianischer Keramikkünstler. Sie unterstützen eine Benefizauktion, gehen mit gutem Beispiel voran und stellen einige Arbeiten aus ihrem Fundus zur Verfügung. Sie ermuntern ihre Kollegen in den Provinzen Palermo, Racalmuto und Sciacca, es ihnen gleich zu tun.
„Bester Regisseur aller Zeiten“
Aus Bisacquino stammt übrigens Frank Capra, der „beste Regisseur aller Zeiten“. 1897 als Sohn eines Obstpflückers geboren, gelangte der sechsjährige Junge, der damals noch Francesco Rosario Capra hiess, mit seinen Eltern nach Los Angeles, wo er sein erstes Geld als Zeitungsjunge verdiente. Nach etlichen unterschiedlichen Jobs machte er als Seiteneinsteiger Karriere als Filmemacher. Am berühmtesten ist wohl seine Schwarze Komödie „Arsen und Spitzenhäubchen“ mit Cary Grant. Capra wurde als einziger Regisseur dreimal mit dem Oscar ausgezeichnet. Sein Film „Ist das Leben nicht schön?“ wurde vom „American Film Institute“ zum „inspirierendsten amerikanischen Film aller Zeiten“ gewählt. Capra, der 54 Filme schuf, starb 1991 im biblischen Alter von über 97 Jahren im kalifornischen Städtchen La Quinta am Fusse der Santa Rosa Mountains.
Arabischer Ursprung
Das fast 800 Meter hoch gelegene Städtchen Bisacquino im tiefen Süden der Provinz Palermo wurde einige Jahrhunderte lang vom Bischof von Monreale aus regiert. Es liegt am Rande eines ausgedehnten Waldgbietes am Fusse des Monte Trione. Dessen Hänge sind von den Bisacquinesi (wie die Einwohner von Bisacquino gennnt werden) in Jahrzehnte langer Arbeit wieder aufgeforstet wurden. Der Ursprung des Städtchens, das mit etlichen Baudenkmälern, darunter die über dem Ort gelegene Wallfahrtskirche Madonna del Balzo, aufwartet, geht auf eine Siedlung zurück, die im 9. und 10. Jahrhundert von Arabern angelegt worden ist. Bild: Giornale di Sicilia