Durch längste Röhre der Welt nach Italien


neat-neuZürich/Mailand
(gro) Ab kommenden Sonntag geht es mit Tempo 200 im längsten Tunnel der Welt durch die Alpen. Damit rücken Mittel- und Südeuropa näher zusammen. 57 Kilometer lang ist der neue Gotthard-Basis-Tunnel. 17 Jahre lang wurde gebaut und 12 Milliarden Schweizer Franken hat die längste unterirdische Röhre der Welt gekostet. Ist erst einmal alles fertig, wird sich die Fahrzeit von der Nordseite der Alpen  nach Italien um über eine Stunde verkürzen. Und Sizilien ist dann dank der neuen Alpendurchquerung und der neuen Schnellzüge in Italien an einem Tag auf dem Landweg zu erreichen.   

 Bequem in knapp 4 Stunden nach Mailand

Heute dauert die komfortable Zugfahrt von  Zürich nach Mailand im Durchschnitt etwas mehr als fünf Stunden; künftig werden  vier Stunden allemal reichen und demnächst auch noch eine halbe Stunde weniger.  Damit wird für Zürcher oder Berner ein Tagesausflug nach Mailand mit ausgiebigem Einkaufsbummel durchs „Goldene Dreieck“ zwischen Domplatz, via Montenapoleone und Sfortezza noch einfacher. Und wer einen Frühzug ab Zürich nimmt, erreicht noch vor Mitternacht das über 2000 Kilometer entfernte Messina und Catania auf Sizilien. 

 260 Güterzüge und 50 Personenzüge pro Tag

Mit der Bewilligung für den Betrieb des Gotthard-Basis-Tunnels ist den Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) am Montag dieser Woche zum 11. Dezember  der fahrplanmässige Betrieb durch den Tunnel genehmigt worden. Pro Tag, so meldet die Schweizerische Depeschenagentur (sda), würden  ab dem kommenden Sonntag „rund 50 Personenzüge sowie bis zu 260 Güterzüge den Tunnel befahren können“.

Alpenstransversale soll bis 2020 komplett  sein

Laut sda haben bis zu 2.400 Personen für die Gotthard-Untertunnelung auf verschiedenen NEAT-Baustellen gearbeitet. Der Tunnel habe „praktisch keine Steigung“ zu bewältigen;  die so genannte Flachbahn erlaube damit im Güterverkehr längere Züge, weniger Loks und kürzere Fahrzeiten. Die Verkürzung der Reisezeiten im Personenverkehr  würden allerdings erst „schrittweise spürbar“. Die komplette „Gotthard-Achse“  sei „voraussichtlich 2020 mit der Inbetriebnahme des Ceneri-Basistunnels vollendet“, heisst es bei den SBB weiter.  Bis zum Jahr 2020 würden ausserdem von Basel bis Chiasso etwa  zwanzig Tunnel den neuen Techniken und Ausstattungsstandards angepasst.

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