Scicli (gro) Commissario Montalbano schnappt nicht nur Diebe und Mörder, sondern gebietet auch dem zerstörerischen Auto- und Mopedverkehr Einhalt. Zumindest in Scicli, dem barockschönen Städtchen im Süden des „Val di Noto“, das von Noto bis an die Südküste Siziliens reicht. In Scicli ist nun zum 1. Juni im historischen Zentrum der Stadt eine neue, grossflächige Fussgängerzone ausgewiesen worden, entlang der geneigte Montalbano-Fan zahlreiche Örtlichkeiten besichtigen und erleben kann, in deren Umfeld der streitbare Commissario tätig geworden ist. Hauptsache ist aber, dass jetzt die Schönheit des malerischen Städtchens wesentlich besser zur Geltung gebracht werden kann, was nebenbei auch der Gastronomie zu Gute kommt.
Kostbarkeiten im Südosten der Insel
Serienheld Montalbano ist gewissermassen das Zugpferd für die weitere Entdeckung der Pracht und Schönheit des Sizilianischen Barocks und neoklassizistischer baulicher Kostbarkeiten im Südosten der Insel. Man ist deshalb hier, in einem Gebiet, das von der UNESCO als Kulturerbe der Menschheit geschützt ist, einem mittlerweile weltweit bekannten Andrea Camilleri und seiner schriftsstellerischen Kunst besonders dankbar.
Immer bleibt ein Stück Ungewissheit
In Scicli ist man überzeugt davon, dass dieses Städtchen die „wahre“ Stadt Montalbanos
ist. Ausserdem glaubt man zwischen Palermo, Syrakus und Trapani zu wissen: Wenn bei Camilleri von Vigata die Rede ist, dann handelt es sich in Wirklichkeit um das Hafenstädtchen Porto Empedokle. Und mit Montelusa meine Camillieri die stadt Agrigent. Doch sicher kann sich niemand sein, und der sizilianische Schriftsteller versteht sich im Übrigen meisterhaft darin, nicht nur in seinen Kriminalfällen für Überraschungen zu sorgen, sondern auch darin, seine Leserschaft bei aller Spannung immer auch in einer gewissen geografischen Ungewissheit verharren zu lassen.