Rom/Palermo (gro) Überschwemmungen und Erdrutsche im Piemont und in der Lombardei, Hochwasser in Venedig – Italien erlebt einen extrem verregneten Sommer. Ganz Italien? Nein, im tiefen Süden lacht die Sonne, vor allem in Sizilien, das dem Beinamen “Sonneninsel” derzeit alle Ehre macht. Kein Wunder, dass im mondänen Mondello, dem Badevorort Palermos, die Jugenstilfassade des über 100 Jahre alten Kurhauses auf Stelzen (unser Bild) und dem feinen “Charleston” in seinem Inneren in den hellsten Tönen sonnig strahlt. Continue reading
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Museum, Berge oder an den Strand
Palermo (gro) Sizilien ist das ganze Jahr über eine Reise wert. Entscheidend ist für den Reisezeitpunkt, was man in Sizilien erleben will. Die schönsten Monate zum Wandern, auch auf den kleineren Inseln, sind die Monate April, Mai und Juni. Wer das Wandern mit einer Weinlese und dem Besuch einer Kelterei verbinden möchte, sollte im September und Oktober die grösste Insel des Mittelmeers erkunden. Die Wintermonate, die immer wieder von warmen Sonnentagen durchsetzt sind, sind ideal fürs all jene, die ein pralleles Marktleben kennen lernen wollen. Continue reading
Ein Jesuitenpater plante das neue Avola
Avola (gro) Der Name des Barockstädtchens, 27 Kilometer südlich von Syrakus gelegen, ist allen Freunden eines kräftigen sizilanischen Rotweins vom Namen her bekannt: Die Rebsorte für den “Nero d’Avola”, den “Schwarzen von Avola”, ist benannt nach dem Barockstädtchen, das nach einem verheerenden Erdbeben 1693 in den letzten Jahren des 17. Jahrhunderts neu aufgebaut wurde, und zwar nach den Plänen von Angelo Italia, einem Jesuitenpater, der auch Architekt und Städteplaner war. Der Ordensmann hat den Kern der Stadt, die heutige Altstadt, die nahe der Küste einige 100 Meter landeinwärts liegt, als regelmässiges Sechseck angeordnet. Avola war im Übrigen die letzte Stadt in Italien, in der – noch anfangs der 50-er Jahre des vergangenen Jahrhunderts – auf streikende Landarbeiter scharf geschossen wurde. Continue reading
Speisen im Schatten der Geschichte(n)
Palermo (gro) Es gibt keine Stadt auf der Welt, die mit einer derart abwechsungsreichen Speisekarte aufwartet wie Palermo. In den weit über 1000 Restaurants, Trattorien, Osterien und Garküchen der Inselhauptstadt wird arabisch und chinesisch, französisch und indonesisch, mexikanisch, deutsch, afghanisch, südsudanesisch, japanisch und/oder indisch gekocht – und häufig auch echt sizilianisch. Wobei gerade die Vielfalt des Angebots typisch ist für Sizilien, für die Insel, die seit 3000 Jahren im Schnittpunkt der grossen Kulturströmungen liegt. Aber wo ist das Speisen am schönsten? Eine Frage, die schwer zu beantworten ist. Zu zahlreich sind die Möglichkeiten. Continue reading
Die sizilianische Küche
Palermo (gro) In keinem Land der Welt wird so viel übers Essen gesprochen wie in Italien, und ganz besonders leidenschaftlich sind die Diskussionen im tiefen Süden, nicht zuletzt in Sizilien, wo Araber und Franzosen, Griechen, Römer, Türken und spanische Köche ihre Spuren hinterlassen haben. Die sizilianische Küche ist eine ganze besondere. “Die besten Gerichte sind die ganz einfachen Speisen”, heisst es dann oft, und die Diskutanten übertreffen sich dabei regelmässig mit raffiniert schlichten Rezepten. Ein Paradebeispiel sind die “Spaghetti alla Carettiera” (“Spaghetti nach Art der Kutschersfrau”). Continue reading