Palermo (gro) Italiens grösstes Opernhaus eröffnet die Saison 2016/17 mit einer radikalen Neuplatzierung von Giacomo Puccinis „Madame Butterfly“. Nicola Berloffa, der Regisseur, hat das Geschehen in die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg, in ein von US-Amerikanern besetztes Japan verlegt. Die Besatzer von der anderen Seite des Pazifiks sind brutal, das Teatro Massimo an der Piazza Verdi wird zu einem Haus des Mädchenhandels, betrieben von amerikanischen Militärs. Premiere ist kommenden Freitag, 16. September, um 20.30 Uhr (Generalprobe am heutigen Mittwochabend). Die „Butterfly“ wird verkörpert durch die grosse chinesische Sopranistin Hui He.
Piazza Verdi wird drei Abende zum Treffpunkt
Nicht nur die Premiere am Freitag, sondern auch die beiden folgenden Aufführungen am Samstag und am Sonntag, werden auf eine Riesenleinwand vor dem Massimo (Bild: Wiki Commons) übertragen, sodass nicht nur die Besucher der längst ausverkauften ersten Vorstellungen in den Genuss der „Butterfly“ gelangen, sondern viele weitere Opernfreunde der Inselhauptstadt. Um den Ansturm wenigstens ein wenig in Schranken zu halten, wird den Aussenbesuchern des Opernspektakel ein Unkostenbeitrag in Höhe von 1 Euro abverlangt. Die piazza Verdi wird jedenfalls drei Abende lang zum Treffpunkt der Stadt.
Leoluca Orlando spricht zu den Opernfreunden
Das Ensemble des Teatro Massimo widmet die Aufführung Daniela Dessì, der Sopranistin, die für ihre Interpretation der „Butterfly“ in Palermo vor vier Jahren jubelnd gefeiert worden war. Daniela Dessì ist am jüngst vergangenen 20. August im Alter von erst 59 Jahren einem Krebsleiden erlegen. Leoluca Orlando, der Bürgermeister von Palermo, wird an die grosse Sängerin und Schauspielerin erinnern und als Präsident des Stiftung Teatro Massimo darauf aufmerksam machen, dass das “Massimo”, sein Ensemble, seine Musiker und Künstler zu den bedeutenden Ressourcen gehören, aus denen sich das kulturelle Ansehen der Stadt Palermo speist.