Olivenöl – nur zehn Prozent verlässt Sizilien  

OlioPalermo (gro) Die Sizilianer schwören auf ihr „flüssiges Gold“, auf das eigene Olivenöl. Seit 2007 wird das einmal im Jahr auch öffentlich zelebriert und demonstriert, und zwar mit einer mehrtägigen  Veranstaltung unter dem Motto „L`Isola del Tesolio“, wobei „Tesolio“ ein Kunstwort ist, gebildet aus Tesoro (Schatz) und Olio (Öl). Die zehnte Folge dieser Manifestation steigt Mitte September im Hotel „La Torre“ im Stadtteil Mondello. Auf Sizilien werden pro Jahr rund 50.000 Tonnen Olivenöl erster Güte (Olio extra virgine di oliva siciliano) erzeugt. Das meiste verbrauchen die Sizilianer selber, nur ein Zehntel davon geht in den Export.

Treffpunkt an der sizilianischen Copacabana

Das Hotel „La Torre“ liegt am westlichen Ende der Palermitanischen Copacabana, wie das feinsandige Halbrund der berühmten Sommerfrische am nordwestlichen Zipfel der Inselhauptstadt gerne genannt wird. Vom 16. bis zum 17. September ist dieses malerisch ans Capo Gallo geschmiegte „La Torre“ drei Tage lang Treffpunkt  von Produzenten, Händlern und Journalisten, die mit sizilianischem Olivenöl,  dem ganz besonderen Schatz der Insel, zu tun haben. Wer als touristischer Sizilienbesucher Interesse hat an diesem Event, sollte sich durchaus trauen, an den drei Tagen Mitte September im „La Torre“ vorbei zu schauen und sich von der sprichwörtlichen Gastfreundschaft der Sizilianer überraschen zu lassen.

Einfach fragen nach gutem, selbst gepresstem Olivenöl

Die Manifestation Mitte September in Mondello wird organisiert von Olivenölproduzenten, die sich unter dem  Siegel „IGP Sicilia“ verbunden haben. IGP steht für „Geschützte geografische Herkunft“ (Indicatione Geografica Protetta).  Verbandsarbeit  ist durchaus  sinnvoll in einem gebietsweise sehr armen Land, wo für wenig Geld auch minderwertiges Olivenöl in die  Läden kommt, produziert mit meist wenig schonenden Verfahren  aus „Oliven des Mittelmeerraumes“. Wer in Sizilien durchs Land reist,  ist nicht angewiesen  auf günstige Supermärkte. Auch in kleinen Ortschaften, etwa in San Vito Lo Capo oder bei Castellammare del Golfo in der Provinz Trapani,  in den Dörfern der Madonie oberhalb von Celalù, im Inneren  oder im tiefen Südosten der Insel wird einem meist sehr schnell ein privater Olivenölhersteller genannt, der dann auch jeweils prompt mit „dem besten Ölivenöl Siziliens“ aufzuwarten weiss.

Bei Barbera in Palermo

Wer sich beim Verkosten vor Ort nicht sicher ist  oder wenig Erfahrung hat mit Olivenöl, kann sich an etablierte Produzenten halten. Zum Beispiel an die Ölmühle Barbera in der via Emerico Amari 58 in Palermo, nicht weit vom Hafen (die Strasse geht von der piazza  Castelnuovo/Politeama geradeaus hinab zum Meer). Dort, wo eigentlich nur Grosshändler vorbeischauen, wird jeder Neugierige aus dem Ausland (bitte läuten!) geduldig und freundlich beraten – und mit wunderbaren Olivenölen versorgt.  Und das zu moderaten Preisen. Wobei anzumerken ist, dass Manfredi Barbera, der dem 1884 gegründeten Unternehmen in vierter Generation als Seniorchef vorsteht,  die Qualität seiner vielfach prämierten Olivenölprodukte noch nie zu überrissenen Preisen angeboten  hat.

Olivenöl und gesellschaftliches Engagement 

Typisch für Manfredi Barbera ist sein  gesellschaftlches Engagement. Vor gut einem Jahr lancierte er ein neues, besonders kräftiges, aber mild schmeckendes sizilianisches  Olivenöl unter dem Namen „Olio per il Pace“. Der Olivenzweig war schliesslich schon immer ein Symbol für den Frieden. Und als Manfredi Barbera  gefragt wurde, wie er es schaffe,  jedes Jahr so viele gute Ernten für sein Olivenöl zusammen zu bringen, sagte er: „Per fare un olio come il mio è necessario prima scegliere gli uomini, poi i terreni e poi le olive“. Auf Deutsch: „Um ein Olivenöl wie das meinige  zu machen, ist es erstens nötig, die richtigen Mitarbeiter, zweitens das richtige Terroir und schliessslich die richtigen Oliven zusammen zu bringen“ . Bild: Giornale di Sicilia (GdS)

Siehe auch www.oliobarbera.it

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